Des einen Grill, des anderen Braai
Grillen vermittelt ein Gefühl von Natur, Freizeit, Sommer und Zugehörigkeit. In Deutschland wird Grillen das ganze Jahr über immer beliebter. Nicht umsonst werden hier in der Weber Grill-Community zahlreiche Rezepte angeboten, die dazu einladen für jede Saison das passende Grillrezept zu finden. Aber wie sieht es in anderen Ländern aus? Wie unterscheidet sich die deutsche Art zu grillen z.B. vom American Barbecue, vom argentinischen Asado und dem indischen Tandoori Grill? Erfahren Sie mehr über verschiedene Länder, verschiedene „Grill-Sitten“.
Während der Deutsche gerne noch das Grillgut für kurze Zeit direkt über der Glut gart, findet auch das indirekte Grillen immer weitere Verbreitung.
Dabei wird das Grillgut für lange Zeit bei niedriger Temperatur gegart und die Hitze zirkuliert um das Grillgut wie in einem Backofen. Diese Form nennt sich in der USA Barbecue und ist das Kernstück der US-amerikanischen Grillkultur.
Barbecue ist in den USA nicht nur ein wichtiges Element der amerikanischen Küche, sondern dient auch der Ausbildung des Identitätsgefühls. Viele versammeln sich z.B. bei Sportveranstaltungen zum „Tailgating“ auf dem Parkplatz, um ihr Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Bei diesem Zusammenkommen wird der Grill einfach am Wagen oder sogar auf dem Pickup aufgebaut und schon kann man bei leckerem Essen über das sportliche Ereignis fachsimpeln. Das Fleisch wird erst geräuchert, dann zerteilt und anschließend auf einem Brötchen serviert. Dabei finden alle Fleischsorten ihre Verwendung. Bevor das Fleisch auf den Grill kommt, wird es mit dem „Dry Rub“ eingerieben, einer Mischung aus getrockneten Kräutern und Gewürzen. Danach wird das Fleisch mit Öl, Kräuter und Gewürzen, dem „Wet Rub“, mariniert, damit sich beim anschließenden Grillen alle Aromen entfalten können.
Zum „Braai“ treffen sich die Männer in Südafrika. Bei diesem Beisammensein im großen Kreis, das auf die Buren zurückgeht, werden zunächst die Holzscheide angezündet und verbrannt. Während die Männer sich die Zeit mit Bier trinken vertreiben, sind die Frauen für die Zubereitung zuständig. Bei diesem Grillfest werden hauptsächlich Steaks, Koteletts, Fisch und vor allem „Boersewors“ (Burenwurst) gegessen.
In Indien wird der Grill zum „Tandoor“. Es handelt sich um einen Lehmofen, der mit Holzkohle beheizt wird. In Indien spielen natürlich die Gewürze eine wichtige Rolle. Deswegen wird das Fleisch oder Fisch in Joghurt und vielen Gewürzen mariniert und anschließend auf Spießen in den Ofen gehängt.
Auch in Japan gibt es eine alte Grilltradition, die aus zwei verschiedenen Stilen besteht: „Robatayaki“ und „Yakitori“.
Beim Robatayaki werden Fleisch, Gemüse oder Seafood auf langen Spießen über Holzkohle gegrillt. Die meisten Gerichte werden dabei nur mit Salz gewürzt, um den natürlichen Geschmack der Speisen nicht zu verfälschen. Auch beim Yakitori wird auf dieselbe Art gegrillt. Allerdings wird dabei Huhn gegrillt, dass auf Straßenständen oder speziellen Yakitori Lokalen als Imbiss nebenher zu einem Bier verzehrt wird.
Zum gesellschaftlichen Ereignis wird das „Asado“ in Argentinien. Es bildet oft auch die sonntägliche Familienmahlzeit und dauert viele Stunden an. Dabei steht der Asador im Mittelpunkt, der allein für das Grillen zuständig ist. In Argentinien ist natürlich viel Rind auf dem Grillrost zu finden, aber auch Schwein, Schaf, Huhn und mittlerweile auch Fisch und Gemüse. Dazu wird eine scharfe Chimichurri Sauce gereicht. Hat der Asador sein Werk vollbracht, gehört es zur Tradition, dass seine Leistung mit einem Applaus gehuldigt wird.
So unterschiedlich auch die Methoden in den verschiedenen Ländern ist, eins haben sie gemeinsam: die Leidenschaft fürs Grillen, gutes Essen und das Zusammenkommen mit Freunden und Familie!